Dreh im Gerichtssaal

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KREUZNACH-KRIMI „Tödliche Verkostung“ wird an mehreren Schauplätzen in der Stadt verfilmt

Von Christine Jäckel

Die Scheinwerfer und das Mikro im Schwurgerichtssaal zeigen an, hier findet eine besondere Verhandlung statt. Regisseurin Natu Nimuee dirigiert Marc Feuser, den Leiter der Jugendredaktion des Offenen Kanals Bad Kreuznach, damit das Stabmikrophon nicht im Bild hängt. Bei den sommerlichen Temperaturen, die auch langsam den großen Gerichtssaal aufheizen und der Vielzahl der Aufnahmen keine Kleinigkeit.

Mal muss der freiwillige Tonhelfer auf dem Boden kauern, mal muss er das Mikro mit ausgestreckten Armen in die Höhe recken.

Von mehreren Positionen aus wird die Szene mit der Vernehmung des Zeugen Krollmann aus Thomas Schefflers drittem Kreuznach-Krimi „Tödliche Verkostung“ aufgenommen.


 

Foto: Christine Jäckel 

 

Zahlreiche Wiederholungen

Und es gibt zahlreiche Wiederholungen, weil alles perfekt stimmen muss. Angefangen beim Text der Laienschauspieler bis zum Zuschauerraum, darauf achtet Natu Nimuee, die zuletzt einen Film über Bad Kreuznach gedreht hat, mit peinlichster Sorgfalt.

„Da gibt’s nichts groß zu erzählen, Berlandy hat Geld unterschlagen, mindestens 500 Euro je Woche“, erklärt Schauspieler Matthias Beiting in der Rolle des Zeugen Krollmann gerade dem Richter. Den Satz darf sich Krimi-Autor Thomas Scheffler, der im Hauptberuf Rechtsanwalt ist und an diesem Morgen für den Dreh als Vorsitzender auf dem Richterstuhl Platz genommen hat, noch etliche Male anhören. Die Hauptfigur seiner Kreuznach-Krimis, den Anwalt Julius Dexheimer, spielt in dem Trailer L. K. von Volckamer, der hat in dieser Szene zunächst die Rolle, interessiert zu lauschen, was der Zeuge vorbringt.

Initiator des Projektes und Produzent ist Fachlehrer Oliver Degen, der im Gymnasium an der Stadtmauer (Stama) Kunst unterrichtet. Auf seine Anregung hin, entsteht der Trailer mit sechs Szenen aus der „Tödlichen Verkostung“. Neben der Szene im Schwurgerichtssaal des Bad Kreuznacher Justizgebäudes drehte das Team eine Autoverfolgungsjagd im Photovoltaik-Kraftwerk der Stadtwerke auf dem Kuhberg, und die Kauzenburg rückte im weiteren Verlauf des Drehtages ins Bild.

 

Inspirierende Wirkung des Naheweins

Weitere Szenen des spannenden Entführungsfalls, den Anwalt Dexheimer wieder einmal mit Unterstützung der inspirierenden Wirkung des Naheweins löst, wurden in der Kreuznacher Neustadt gedreht. Dafür hatte Regisseurin Nimuee unter anderem die Nikolauskirche und ein malerisches Gässje als Schauplatz ausgesucht.

Oliver Degen hat die Verfilmung des Kreuznach-Krimis als Schulprojekt gestartet. Er bietet in seinem Kunstunterricht auch Kurzfilmprojekte an und setzt sich dafür ein, dass am Stama das Fach Darstellendes Spiel eingeführt wird. Schulleiterin Dr. Annegret Schwarz habe dafür schon ihre Unterstützung signalisiert, erklärte Degen der AZ im Gespräch. Mit dem Trailer zur „Tödlichen Verkostung“ will man nun auf Sponsorensuche gehen. Sollte es mit der Finanzierung klappen, werden auch Schüler des Gymnasiums an der Stadtmauer als Statisten in dem Film mitwirken.

 

Quelle: Allgemeine Zeitung, vom 13.07.2011 - BAD KREUZNACH

 

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