Szene aus Kreuznach-Krimi verfilmt

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Dreharbeiten zum Kreuznach-Krimi:

Auf der Kauzenburg verfilmten Schüler eine Szene aus dem Buch „Tödliche Verkostung“. Unterstützung bekamen sie dabei von (von links) Kamerafrau Elena De Biaggio, Schauspieler Wolfgang Wobeto, Lehrer Oliver Degen und Autor Thomas Scheffler.

 

Foto: Denise Bergfeld 

 

Szene aus Kreuznach-Krimi verfilmt



Dreharbeiten Schüler üben Schauspielkunst – Regio-Krimi dient als Vorlage für einen Film

Von unserer Redakteurin

Denise Bergfeld

Bad Kreuznach. Der Bad Kreuznacher Rechtsanwalt Julius Dexheimer ermittelt wieder. Diesmal sogar vor laufender Kamera. Die Romanfigur aus den Kreuznach-Krimis von Autor Thomas Scheffler könnte künftig als Vorlage für einen Film dienen. Das Drehbuch für den kompletten Streifen ist zwar noch in der Vorbereitung, einen ersten Probedreh haben acht Schüler vom Gymnasium an der Stadtmauer (Stama) aber bereits gewagt. Die Schüler aus der Jahrgangsstufe 12 haben gemeinsam mit Lehrer Oliver Degen eine Szene aus dem Regio-Krimi „Tödliche Verkostung“ während einer Projektwoche auf der Kauzenburg in Bad Kreuznach inszeniert und aufgezeichnet.

Das Besondere daran: Sie erhielten gleich zu Beginn professionelle Unterstützung aus Bad Kreuznach. Buchautor Thomas Scheffler war in das Projekt eingebunden, ebenso wie der Schauspieler Wolfgang Wobeto aus Bad Kreuznach und die Kamerafrau und Cutterin Elena De Biaggio, die in der Vergangenheit schon für Sat.1 gearbeitet hat, und kurzfristig hinter der Kamera eingesprungen ist. Lehrer Oliver Degen hatte die Idee zu dem Projekt. Das Ziel sei, irgendwann in Zukunft den kompletten Roman in Kooperation mit Nahe-TV zu verfilmen.

Viel Wirbel um eine Entführung

In der Romanvorlage wird ein junges Mädchen entführt. Der Entführer dirigiert den Rechtsanwalt Julius Dexheimer in einem Art Katz-und-Maus-Spiel quer durch das Naheland. Auch die Polizei ist involviert. Auf der Kauzenburg drehte das Team am Mittwochnachmittag eine Szene, in der Kriminalhauptkommissar Schulz versucht, den Entführer während eines Anrufs zu orten. Der Plan schlägt fehl, denn Dexheimer muss das Telefonat unterbrechen. Die Mutter soll nicht mitbekommen, wie ihr Kind vom Entführer misshandelt wird.

Die Romanszene hatte der Autor für das Projekt selbst ausgewählt. Eine sehr emotionale Szene, die für den Beginn schon hohe Ansprüche an das schauspielerische Talent der jungen Darsteller stellt. Alle Figuren sind in Hektik. Dexheimer telefoniert mit dem Entführer, die Polizisten arbeiten fieberhaft im Hintergrund. Die Mutter ist in größter Sorge und will unbedingt ihr Kind sprechen. Schauspieler Wobeto führte am Drehtag Regie und sprach vor jeder Einstellung mit den Schülern durch, wie sie genau vor der Kamera agieren sollen.

Für den Dreh war aber auch schon eine Menge an Vorbereitungen erforderlich. Die acht Schüler haben am ersten Projekttag den Romanauszug gemeinsam mit dem Autor zu einer Drehbuchsequenz umgearbeitet, wurden an die Kameraarbeit herangeführt und absolvierten erste Sprechübungen. Am zweiten Tag zeichneten sie vor dem Dreh ein Storyboard mit dem szenischen Ablauf. Am dritten Projekttag stand der Schnitt im Nahe-TV-Studio auf dem Programm.

Drei Tage für eine Filmszene

Ein ambitioniertes Projekt, denn in diesen drei Tagen mussten die Schüler auch ihre Rollen einstudieren. Für alle Projektteilnehmer Neuland, denn das Fach „Darstellendes Spiel“ gibt es am Stama aktuell nicht. Der Kunst- und Philosophie-Lehrer Degen, der das Projekt leitet, hofft darauf, dass es vielleicht irgendwann eingeführt wird. Die Schüler waren konzentriert bei der Sache. Und merkten auch, wie viel Arbeit hinter einem kompletten Film steckt. Immer wieder ließ Wobeto einzelne Einstellungen wiederholen, bis sie perfekt saßen. Dabei galt: Eine Drehbuchseite macht am Ende nur rund eine Minute aus.

Die Arbeit für ein paar Minuten Film kann deshalb ganze Tage in Anspruch nehmen. „Von Schauspielern wird viel mehr erwartet, als man denkt“, sagt Jacobina Blüm. Die Schülerin musste noch auf ihren Einsatz warten. „Jetzt verstehe ich auch, wieso manche Filmdrehs ein paar Monate dauern“, sagte sie am Rande der Dreharbeiten. Es sei eben mehr als nur ein bisschen Theater spielen. Einige Schüler haben trotz aller Anstrengung schon signalisiert: Wenn der Krimi komplett verfilmt wird, wären sie gerne dabei.

Oeffentlicher Anzeiger vom Samstag, 7. Mai 2011, Seite 23

 

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