Presse

Allgemeine Zeitung vom 10.10.2015 - BAD KREUZNACH


Bad Kreuznacher Verlag Matthias Ess präsentiert regionale Schriftsteller auf der Frankfurter Buchmesse

BAD KREUZNACH/FRANKFURT - (red).
Ein erschlagener Mönch im mittelalterlichen Bad Kreuznach, eine scheinbar irre Mörderin, die ausschließlich in Wagner-Zitaten spricht, ein Autor, der Interviews mit längst verstorbenen Weinbauexperten am Mittelrhein führt, und ein angesehener Rheinhessen-Winzer, der seine Wingertszeilen von unten betrachten darf – über einen Mangel an überraschender Literatur können sich die Leser nicht beklagen. Der Bad Kreuznacher Verlag Matthias Ess präsentiert auf der Frankfurter Buchmesse Werke aus beliebten rheinland-pfälzischen Regionen, die diese von ganz neuen, außergewöhnlichen Seiten zeigen.

Drei Romane und ein Sachbuch von der Nahe, aus Rheinhessen und vom Mittelrhein feiern Premiere. Die Titel lauten: „Vom harten Hengst zum feurigen Riesling – Spurenlese am Mittelrhein“ (unterhaltsames Sachbuch von Rudolf Nickenig/Remagen), „Crutzenach 1290“ (Mittelalterroman von Lille Ostermann/Bad Kreuznach), „Rheingold! – Reines Gold“ (Kreuznach-Krimi von Thomas Scheffler/Bad Kreuznach) und „Weinbergsfallen“ (Rheinhessen-Krimi von Frieder Zimmermann/Oppenheim).

Podium Rheinland-Pfalz

Drei der Autoren präsentieren ihre Neuerscheinungen auf der Buchmesse bei Lesungen auf dem Podium Rheinland-Pfalz des Verlags Karrees (Halle 3.1, F38). Den Anfang macht am Mittwoch, 14. Oktober, 14 Uhr, Lille Ostermann, deren Mittelalterroman „Crutzenach 1290“ einen höchst aktuellen Bezug hat: 2015 feiert Bad Kreuznach seinen 725. Geburtstag. 1290 verlieh König Rudolf von Habsburg die Stadtrechte. Vor diesem historischen Hintergrund hat Lille Ostermann ihren Roman „Crutzenach“ angesiedelt. Sie verwebt europäische Geschichte mit den Schicksalen einfacher Menschen dieser Zeit im historischen „Crutzenach“.

Am Donnerstag, 15. Oktober, 16.30 Uhr, liest Thomas Scheffler aus seinem mittlerweile fünften Kreuznach-Krimi. In „Rheingold! – Reines Gold“ verschmelzen Mythos und Realität. Dieses Mal verfällt sein Protagonist, Rechtsanwalt Julius Dexheimer, dem Werk Richard Wagners. Von der Landesnervenklinik in Alzey führt ihn der Fall durch Kreuznachs Gassen, durch Mainzer Gerichtsflure – und durch wagnerianische Stabreime. Ein ungewöhnlicher Fall – und ein Genuss für Wagner-Fans.

Am Freitag, 16. Oktober, 14 Uhr, stellt Rudolf Nickenig sein Sachbuch „Vom harten Hengst zum feurigen Riesling“ vor. Seit rund 20 Jahren ist Nickenig Generalsekretär des Deutschen Weinbauverbandes. In Boppard geboren und aufgewachsen, lebt er heute in Remagen. In seinem Buch begibt sich Nickenig auf eine Spurenlese nach der Identität des Weinbaus am Mittelrhein. Dazu traf er Rheinreisende im 19. Jahrhundert, führte Interviews mit verstorbenen Literaten und Wissenschaftlern und lud Zeitzeugen zum Talk.


Ein kopfloser OB in der Römerhalle

Allgemeine Zeitung vom 10.12.2012 - BAD KREUZNACH

Von Heidi Sturm

BUCHVORSTELLUNG
Thomas Scheffler liest aus seinem vierten Kreuznach-Krimi „Crucenia Code

Volles Haus herrschte in der Taberna Libraria, als Rechtsanwalt Thomas Scheffler sein viertes Buch bei einer ebenso spannenden wie amüsanten Lesung vorstellte. Im „Crucenia Code“ lässt Scheffler seinen Romanhelden, den schrulligen Rechtsanwalt Julius Dexheimer, im Auftrag des Stadtrats ermitteln, nachdem der Oberbürgermeister enthauptet auf dem Gladiatorenmosaik gefunden wurde und damit die Stadt in „doppeltem Sinne kopflos“ geworden war. Bewusst hatte der Autor das anheimelnde Antiquariat gewählt, um hier erste Abschnitte aus seinem druckfrischen Werk vorzustellen. Hier hatte er als Autor seine erste Lesung durchgeführt, animiert von Gert und Petra Trölenberg, die sich in ihrem kleinen aber feinen Laden für die Heimatliteratur starkmachen.


Das Antiquariat wird dann auch in Schefflers viertem Kreuznach-Krimi erwähnt, sorgt neben vielen anderen realen Schauplätzen für Lokalkolorit und Wiedererkennungseffekte. Da liefern Nikolauskirche, Eiskeller und ein Soldatengrabstein in der Römerhalle wichtige Hinweise, ein längst vergessener Tresor in der Stadtverwaltung könnte ein uraltes Geheimnis bergen. Ein stadtbekannter Fremder aus Sidon gibt Geheimnisse auf. Kleine, oft verborgene Skulpturen an alten Gebäuden wie etwa das Fratzenkapitell am Brückenhaus oder die Götter-Skulpturen an der Fassade des einstigen Kaufhauses Reinhard in der Fußgängerzone entpuppen sich als mystische Zeichen. Auch das alte Stadtwappen mit einst sechs und jetzt sieben Quadraten in einer Reihe hat es wohl in sich, ebenso ein Wappenstein am Dienheimer Hof, der einem Panther ähneln könnte. „Den Zahlen sechs und sieben kommt im Roman eine besondere Bedeutung zu“, verrät der Autor. Ob hinter diesen Ziffern die „schwarze Zahl des Teufels“ und die „mystische heilige Zahl“ stecken, wollte er nicht bestätigen - ebenso wenig auch eine mögliche Verbindung des Panther-Bildes mit der rätselhaften Figur des römischen Soldaten Pantera, dessen Grabstein in der Römerhalle steht und der laut Mutmaßungen eines amerikanischen Wissenschaftlers der Vater von Jesus Christus gewesen sein könnte.

Etwa ein Jahr lang hat sich Scheffler mit der Geschichte Kreuznachs beschäftigt, im Stadtarchiv recherchiert oder bei Streifzügen durch die Stadt mögliche Spuren bei historischen Symbolen und Reliquien gesucht, bevor es ans Austüfteln der Handlung und das Texten ging. Obwohl Gralsgeschichten eigentlich nicht sein Ding sind, hat er nach der abgeschlossenen Dexheimer-Trilogie eine Art „Kreuznacher Da Vinci Code“ geschaffen, in dem er Geheimbünde ironisch auf die Schippe nimmt: Ein gelungener Kunstgriff, um Details aus 2000 Jahren Stadtgeschichte in der Ich-Form darzustellen. Die aus geheimnisumwitterten Stellen im Stadtgebiet sind echt, die „sagenhaften Motive“ rund um den Heiligen Gral oder einen geheimnisvollen Ring entstammen der Fantasie des Autors, der mit viel Kreativität und höchst glaubhaft einen roten Faden spinnt. Das Ganze würzt er mit seinen kommunalpolitischen Erfahrungen aus dem Gemeinderat und verteilt humorvoll-spöttisch kräftig Seitenhiebe. Da macht er sich beim Sumpf der Stadtpolitik Gedanken über Stimmenfänger, die auf Kommando die Hand heben, über Macher, Wasserträger und Querdenker, die in endlosen Monologen ihren verblichenen Ruhm preisen - oder auch darüber, dass es hier Politiker mit einem Fahrrad nicht in eine nennenswerte Position schaffen können. Dafür brauche man halt einen heißen Ofen…


Öffentlicher Anzeiger 17. November 2012

Quelle: Öffentlicher Anzeiger Bericht vom 17. November 2012


Krimis aus schrulliger Weltsicht

17.12.2010 - BAD KREUZNACH

Von Robert Neuber, Allgemeine Zeitung

LITERATUR Anwalt Thomas Scheffler schließt mit „Tödliche Verkostung“ seine Trilogie ab / Pantera neues Projekt

Drogen, Körperverletzungen und Verkehrsdelikte - um solche Dinge kümmert sich der Kreuznacher Rechtsanwalt Thomas Scheffler beruflich. Wer nun aber glaubt, der Mann müsse seinen schrägen Berufsalltag literarisch kompensieren, indem er Liebesromane schreibt, der liegt falsch. Scheffler schreibt natürlich Krimis, genauer gesagt Kreuznacher Weinkrimis. Aktuell ist sein dritter Band im Handel: „Tödliche Verkostung“. Darin muss sich sein Romanheld Julius Dexheimer mit einer Kindesentführung, den Machenschaften der von einflussreichen Kreuznacher Strippenziehern betriebenen Crucenia-Stiftung (Ähnlichkeiten mit in der Realität agierenden Personen sind natürlich rein zufällig ...) und einem rachsüchtigen Ex-Mandanten herumschlagen, der ihm am Ende einen gefährlichen Schoppen andrehen will.

Scheffler, 1967 in Kreuznach geboren, wohnhaft in Guldental, macht keinen Hehl daraus, dass eine „schrullige Weltsicht“ vonnöten sei, um solche Krimis zu schreiben. Sein Romanheld ist ein unkonventioneller Anwalt, eben einer, der nicht nur Akten wälzt, sondern einer, der selbst Ermittlungen anstellt. Und ein heimatverbundener Mensch, weswegen jedem Kapitel auch ein Weintipp aus der Region vorangestellt wird. Scheffler selbst hat eine sehr nachvollziehbare Vorliebe für die Windesheimer Winzer, speziell das Weingut Marx steht bei ihm ganz hoch im Kurs. Natürlich spielen seine Geschichten allesamt in der Region, angefangen beim Familienwohnsitz der Dexheimers, der auf dem gleichnamigen Grundstück an der alten Nahebrücke liegt.

Als Kind habe er vor allem römische, griechische und germanische Sagen verschlungen, sagt Scheffler. Das führte ihn wohl auch zu seinen ersten Studienfächern in Mainz: Germanistik, Philosophie und Geschichte. Zum Quereinstieg in die Juristerei veranlasste ihn eine Vorlesung, in der ein Professor den Fall eines Prozesses gegen einen deutschen Kaiser beleuchtete. Scheffler verspürte danach den Drang, tiefer in die Materie der Rechtsprechung einzusteigen. Und kam nicht mehr davon los.

Mit der bislang vorliegenden Trilogie seiner Weinkrimis schließt der vierfache Vater, der seine Romane stets im Urlaub schreibt, das Kapitel Julius Dexheimer vorerst ab. Aber eine neue Idee hat er schon, wenn sie auch derzeit nur vage ist: Inspiration ist hierfür die rätselhafte Figur des römischen Hilfssoldaten Pantera, dessen Grabstein in Bingerbrück gefunden wurde und nun im Schlossparkmuseum ausgestellt ist. Über den mutmaßte ein amerikanischer Forscher vor einigen Jahren in einem Buch, er könne der Vater von Jesus Christus gewesen sein. Denn Pantera stammte aus Sidon, nur wenige Kilometer von der Stadt Nazareth in Galiläa entfernt, wo Jesus aufwuchs, und ein griechischer Kritiker des Christentums, Celsus, soll im Jahr 178 nach Christi Geburt behauptet haben, Jesus sei nicht Sohn des Josef, sondern eines Soldaten Pantera gewesen. Der „Kreuznacher“ Pantera, das belegt der Grabstein, hat exakt in der passenden Zeit gelebt - eine mysteriöse Geschichte, die sich hervorragend für einen Thriller eignet, eine Art Kreuznacher „Da Vinci-Code“. Derzeit recherchiert Scheffler, ob sich in und um Bad Kreuznach geeignete historische Symbole und Reliquien finden, deren Verknüpfung den Grundriss eines Romans darstellen würde. Schon weiter gereift ist die Idee, die vom Stadtmauer-Gymnasium kommt - die Verfilmung eines seiner Krimis. Über Weihnachten will Scheffler überlegen, ob er ein Drehbuch schreiben könnte.


Friedlich liegt es da, das beschauliche Bad Kreuzn

Kreuznacher Rundschau vom 02.12.2010


Zeitungsbericht vom 26.11.2010

Öffentlicher Anzeiger


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